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Im Ökopark getroffen: Liu Jia erweckt Ausstellungshallen zum Leben – Ich will nicht nur reden, ich will handeln

2022-02-17 13:53 Ökopark


© Wang Chaolu



Schaut in diese Augen. Welch‘ ein Leuchten, was für ein Funkeln. Die junge Frau zieht einen sofort in ihren Bann. Funken der Begeisterung springen über. Liu Jia ist die „Herrscherin“ über drei Ausstellungshallen im Ökopark: die Richard-Wilhelm-Halle, das Piano-Kunst-Museum und den Deutschen Pavillon, mit dem sich Deutschland 2019 auf der Internationalen Gartenbau-Expo in Peking präsentierte. Seit dem vergangenen Sommer entwickelt sie Ideen, wie diese Ausstellungen genutzt werden, damit sie mehr als ein „Wahrzeichen des Ökoparks“ werden. Sie will sie zu Treffpunkten machen, zu Schmelztiegeln des kulturellen Austauschs zwischen Deutschen und Chinesen, die so attraktiv sind, dass auch Unternehmen sie für hochklassige Events – klein, aber fein – nutzen können.



Eine Stellenausschreibung, die alles änderte


Liu Jia hat ihr nahezu perfektes Deutsch an der Qingdaoer Universität für Wissenschaft und Technik gelernt. Im letzten Jahr ihres Germanistik-Studiums hatte sie so gut wie alle Dokumente in der Tasche, um in Deutschland ihren Master zu machen. Kurzentschlossen hat sie dann unmittelbar vor dem Ziel alle Pläne über den Haufen geworfen, als sie eine Stellenausschreibung des gerade gegründeten Deutsch-Chinesischen Ökoparks sah. 2012 war das.


„Bis dahin gab es hier in Qingdao kaum attraktive Stellenangebote für Germanisten“, sagt die junge Frau, die von dem „Ökopark-Projekt“ so begeistert war, dass sie sich, das Studium noch nicht abgeschlossen, beworben hat. Als Guide in der entstehenden Marketing-Abteilung. Liu Jia lacht, als sie erzählt, das vermutlich „schwierigste Bewerbungsverfahren in der Geschichte des Ökoparks“ durchlaufen zu haben: Alle bereits benannten oder „in den Startblöcken sitzenden“ Führungskräfte hätten es verfolgt. Perfekte Kenntnisse und gutes Ausdrucksvermögen in Chinesisch, Deutsch und Englisch mussten unter Beweis gestellt werden. Mit 30 Bewerberinnen habe sie sich messen müssen. Nur zwei wurden genommen. „Ich war dabei.“ Da schwingt auch Stolz mit, es geschafft zu haben und von der Stunde Null im Ökopark dabei gewesen zu sein.



Bei neuen Vorhaben immer in der ersten Reihe


Bereut habe sie ihre Entscheidung in den vergangenen zehn Jahren kein einziges Mal. „Germanistik in Deutschland heißt ja vor allem, Bücher zu wälzen“, wissenschaftlich zu arbeiten. „Ich bin fürs Praktische gemacht.“ Wieder lacht die junge Frau und erzählt mit viel Feuer, an welchen Vorhaben sie in den vergangenen Jahren mitgewirkt hat. Immer in der ersten Reihe dabei, wenn Neues aufzubauen war. So gehörte sie der Arbeitsgruppe an, die in Frankfurt am Main den Börsengang des Ökopark-Unternehmens Sino German United Group vorbereitet und begleitet hatte. Dann hat sie die Niederlassung in München mit aufgebaut, das Büro in der Maximilianstraße eingerichtet, vor allem aber alle notwendigen bürokratischen Aufgaben in ihren Händen gehabt. „Das Münchner Finanzamt ist mir gut vertraut.“


Später war Liu Jia in dem Team, das Strategien erarbeiten sollte, den Ökopark als Marke zu positionieren. Als die Plattform für erfolgreiche deutsch-chinesische Zusammenarbeit. Nicht einseitig dürfe diese gestaltet werden, sagt sie. Immer auf der Suche nach Neuem, entwickelte sie eine Art Podcast, um Chinesen auf unterhaltsame Weise zu erklären wie Deutschland „tickt“ und was sie bei Geschäft und Reisen zu beachten haben. Inzwischen ist Liu Jia die „Tourismus-Managerin“ im Ökopark. Die seit Ende 2021 angebotenen Ökopark-Touren hat sie mit konzipiert. Jetzt gilt ihre ganze Aufmerksamkeit den drei Ausstellungshallen. An Vorstellungen mangelt es ihr nicht. Auch nicht am Elan, diese umzusetzen. Peter Tichauer


Der Artikel erscheint in der ersten Ausgabe "China insight" dieses Jahres Ende März 2022.

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